Versammlungskonzept

Eine andere Welt ist möglich – fangen wir an, sie zu gestalten!

 

Konzept

 

Langzeitprotest gegen G20 in Hamburg – politische Dauerversammlung im Altonaer Volkspark

Mit diesem Konzept konkretisieren wir den Charakter der am 20.6.2017 von Robert Jarowoy angemeldeten Versammlung  im Altonaer Volkspark.

 

Im Rahmen der G20-Proteste in Hamburg soll eine große politische Dauerversammlung auf der Großen Spielwiese im Altonaer Volkspark stattfinden. Es soll ein öffentlicher und bunter Ort des Zusammenkommens von Menschen verschiedenster politischer Spektren aus Hamburg und der ganzen Welt entstehen. Dabei gestalten alle zusammen einen Raum dauerhafter und vielfältiger Meinungskundgebung : Hier wird im Rahmen verschiedener Veranstaltungsformate  Tag und Nacht die Möglichkeit gegeben, dem Protest gegen die Politik der G20 und gegen das in den Messehallen stattfindende Gipfeltreffen Ausdruck zu verleihen. Der Raum soll Gelegenheit bieten, sich mit anderen Menschen kritisch auszutauschen, sich zu politischen Themen weiterzubilden und ein solidarisches Miteinander zu leben. Damit wird eine politische Meinungsbildung ermöglicht und der Raum für eine öffentliche freie Meinungsäußerung geschaffen. Die Veranstaltungen umfassen  Kundgebungen, Mahnwachen, Vorträge, Podiumsdiskussionen , Workshops, Filmvorführungen und Lesungen  zu den G 20-Themen. Sie werden begleitet von  kreativen und künstlerischen Protestformen   In der Durchführung der  Dauerversammlung werden aktiv politische Alternativen vorgelebt, wobei die Teilnehmenden im Rahmen von demokratischen Strukturen Entscheidungen gemeinsam treffen. Die nach außen für alle Hamburger_innen und Hamburger sowie weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als sichtbar geplante Meinungskundgabe und der öffentliche Meinungsaustausch sind dabei bei weitem der überwiegende Zweck der Dauerversammlung, denn wir wollen dem G20 über mehrere Tage ein kritisches Gegenforum entgegen setzen.

 

Eckpunkte

Die Versammlung ist für den Zeitraum von Mittwoch, 28.6.2017, bis Sonntag, 9.7.2017 angemeldet. Mit den Aufbauarbeiten im Volkspark wird die Versammlung in Form einer Auftaktkundgebung begonnen und sie endet nach dem Abbau mit einer Abschlusskundgebung.

An der Versammlung werden tagsüber in der Spitze ca. 3000-7000 Menschen teilnehmen. In der Auf- und Abbauphase werden sich neben den e Organisatoren und Hilfspersonal  voraussichtlich weitaus weniger Menschen im Camp aufhalten

 

Das Programm der Dauerversammlung sieht  tags- & nachtsüber durchgehende Veranstaltungen und Dauermahnwachen vor. Es wird einen zentralen Versammlungsplatz geben, an den sich verschiedene infrastrukturelle Einrichtungen und ein großes Versammlungszelt angliedern. Des Weiteren ist die Dauerversammlung in verschiedene eigenständige, thematisch ausgerichtete Bereiche, genannt „Barrios“, mit eigenen Versammlungsplätzen und Zelten untergliedert, in denen Meinungsaustausch und Erarbeitung von Positionen im Mittelpunkt stehen.  Alle anderen Aspekte, wie der infrastrukturelle Aufbau und die Notwendigkeit von Versorgung und Ruhemöglichkeiten für die Teilnehmenden  stellen ein notwendiges Mittel dar um den Langzeitprotest zu ermöglichen.

 

Bestandteile der Versammlung

Die Dauerversammlung greift die Themen der G20-Proteste auf und setzt sie sowohl inhaltlich als auch im strukturellen Aufbau explizit im Hinblick auf den öffentlichen Diskurs um,

Dabei stellen die Zelte an sich einen elementaren Ausdruck unseres Protestes dar. Sie sind ein politisches Symbol, um zu verdeutlichen, das es keine Luxushotels, Messehallen, Konzerthäuser und hunderte Meter lange Wagenkolonnen braucht, um Politik zu machen. Ein Gipfel für einige wenige auf Kosten anderer ist nicht nur unnötig, sondern angesichts der vielen vor Kriegen und Hunger auf der Welt fliehenden Menschen ein Skandal für sich. Mit den Zelten soll ein Raum geschaffen werden, der zeigt, dass wirklicher demokratischer Diskurs sich nicht in Abgrenzung zu den Menschen umsetzen lässt. So wird die Dauerversammlung ohne Zäune und „Sicherheitszonen“ auskommen. Es wird lediglich symolische Absperrungen zur Kennzeichnung der Campbereiche geben. Zudem sind die Zelte als solches ein politisches Symbol, die dem Luxus der G20 eine einfache und nicht verschwenderische Lebensweise entgegensetzt.

 

Des Weiteren stellen die Zelte als Protestform mit symbolischem Charakter bestimmte politische Themen in den Mittelpunkt der thematisch ausgerichteten „Barrios“. Diese sind u.a. eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation von Geflüchteten, die auf ihrer Flucht zum großen Teil in gigantischen Zeltstädten ausharren müssen; der Problematik von Obdachlosigkeit in Großstädten; ein Gegenstandpunkt zur ökonomischen Auffassung das Wachstum eine Bedingung für Wohlstand sei und zudem stellen  Zelte als offener Ort einen Gegensatz zu einer auf Privateigentum ausgerichteten Weltsicht dar und zeigen Perspektiven gemeinschaftlichen Lebens,  bei denen alle an der Entscheidungsfindung und Organisation teilhaben

Insbesondere jedoch sind Zelte zu einem Symbol des G20-Protests geworden, da im Vorfeld des G20-Gipfels Protestcamps von der Politik der Stadt Hamburg kriminalisiert und verboten wurden. Somit werden zwar einerseits die G20 Staatschefs und ihre Delegationen hofiert, jedoch wird andererseits den aus aller Welt anreisenden Protestierenden nicht einmal eine einfache Wiese zum selbstorganisierten versammeln zur Verfügung gestellt.

Der zentrale Versammlungsplatz dient den Großkundgebungen und der demokratischen Selbstorganisation der Dauerversammlung. An diesem gliedert sich ein großes Zirkuszelt an, welches als Veranstaltungsort für Kundgebungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen, politische Konzerte, politisches Theater und andere Veranstaltungsformate dient und einen wettergeschützten Raum für die Lautsprechertechnik bietet.

Es wird verschiedene kleinere  Versammlungszelte mit politischen Infoständen geben, in denen die Menschen sich  über Ziele und Struktur der Dauerversammlung, der Proteste und der teilnehmenden Organisationen informieren können .
Außerdem wird es einen zentrale, offene Küche für alle (Küfa) geben. Diese zeigt nach dem Motto „Küche für alle statt Dinner für wenige“ öffentlich, dass es möglich ist, entgegen der luxuriösen Verpflegung der Staatsgäste, eine nachhaltige, umwelt- und tierfreundliche Küche in Bioqualität für alle Menschen unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten zu schaffen. Die vegane Verpflegung wird auf Spendenbasis angeboten und verfolgt keinen kommerziellen Zweck.

Die in den einzelnen „Barrios“ sich befindenden Versammlungsplätze und Veranstaltungszelte , schaffen Raum für viele dezentral organisierte Orte der politischen Meinungsbildung z. B. im Rahmen von politischen Veranstaltungen, Diskussionsrunden, Mahnwachen oder durch kreative Protestdarestellungen.
Geplante Protestformen in diesen Barrios sind zudem u. a. Sleep-Ins für den Frieden und eine gerechte Welt, 24 Stunden Lesungen und Dauermahnwachen. Diese und weitere vielfältige Protestformen werden von den an den einzelnen Barrios teilnehmenden selbst organisiert oder sollen zum Teil erst durch die kreativen Prozesse des Meinungsaustausches auf dem Camp selbst entstehen.  Die Barrios selbst sollen als Teil der Meinungskundgebung während der Dauerversammlung optisch als Protestflächen gestaltet werden, so dass sie entsprechende Außenwirkung erzielen. Sie werden keine nach außen abgeschlossenen Schlafzonen sein.

Angesichts der Dauer der Protestversammlung  rund um die Uhr benötigen sowohl die Teilnehmenden als auch die Helfer Ruhezonen  Ein Großteil der Teilnehmenden wird sich sowohl an den Ausdrucksformen des Protestes als auch als  Helfer_innen vom Abwasch, über die Toilettenreinigung bis hin zur Brandwache beteiligen und dafür rund um die Uhr mit Schichtplänen anwesend sein.

Damit auch aus der Luft  für die per Flugzeug zum G20 Gipfel anreisenden Delegationen –  die Aussage der Dauerversammlung ersichtlich wird sollen alle Zelte so angeordnet werden, das sie den Schriftzug #NO G20 ergeben. Auch sind  die Zelte im Laufe der Veranstaltung als s sichtbare Leinwand für politische Meinungsäußerungen zu verstehen und werden mit Fahnen, Schriftzügen, Parolen und Transparenten gestaltet. Mit diesen künstlerisch-kreativen Protestmitteln erhöhen wir die Wirksamkeit und Wahrnehmung unseres Protestes.

 

Infrastruktur

Um diesen dauerhaften Protest zu ermöglichen sind verschiedene infrastrukturelle Einrichtungen unabdingbar. Dazu zählen eine Versorgung des Geländes mit Wasser, Strom, Toiletten, Wasch- und Duschmöglichkeiten. Zudem werden die Fragen der Abfallentsorgung, des Brandschutz, ein Sicherheitskonzept, der Hygiene in Abstimmung mit dem zuständigen Bezirksamt geklärt.

Im Rahmen der Vorbereitung der Dauerversammlung wurden zu all diesen Punkten bereits Konzepte vorbereitet und es gibt für jeden Bereich kompetente Ansprechparter_innen mit Erfahrung in der Organisation von Großveranstaltungen. Dabei beachten wird besonders auf Ressourcenschonende und nachhaltige Lösung geachtet auch um Schäden an den Parkanlagen zu vermeiden.

 

Unterstützer, Organisatoren

Der Kreis der Organisator_innen und Unterstützer_innen der Dauerversammlung besteht aus einem breitem gesellschaftlichem Bündnis in denen unter anderem folgende Organisationen vertreten sind: Attac, SJD- Die Falken, das Bündnis Jugend gegen G20 in dem die DGB Jugend, Die Naturfreundejugend, Junepa, SDAJ und SDS organisiert sind, Linksjugend [ ‘solid], DiEM25, COMM e.V., Kuhle Wampe, Interventionistische Linke,  YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan, G20 Entern, Flämin Kitchen, Befreiungstheologisches Netzwerk, Micha e.V. Landesjugendring Hamburg und verschiedensten kleine Gruppierungen.