…über die Notwendigkeit einer neuen Camp AG

Wir wollen uns mit so vielen Menschen und Strukturen wie möglich auf den Weg machen und G20 entern, blockieren oder einfach dagegen demonstrieren. Wenn wir zusammen zu einem Gegengipfel, Blockadeaktionen oder einer internationalen Großdemonstration aufrufen, dann müssen wir auch allen Menschen eine Unterkunft bieten, denn wo sollen die zehntausend Menschen schlafen. Deshalb sind wir der Meinung, dass die Frage des Camps leider in der bisherigen Protestplanung zu kurz gekommen ist. Und das wollen wir mit einem Neuanfang ändern. In der bisherigen Camp AG kam es zu dem Entschluss ein rein antikapitalistisches Camp zu organisieren, Parteien sowie Jugendorganisationen sind damit aber de facto in der Teilnahme sehr eingeschränkt. Des weiteren sind wir dagegen ein generelles Nationalfahnenverbot auszusprechen und wollen damit den internationalen Gästen die Möglichkeit geben sich offen zu zeigen, bzw. zu erkennen.

Wir wollen ein gemeinsames Anti-G20-Camp organisieren mit allen Menschen und Gruppen, welche sich als Teil des Protestes gegen die G20 verstehen. Die jeweiligen politischen Spektren können gern ihre eigenen Barrios organisieren und dort ihre politische Agenda verfolgen. Sich im Vorfeld ideologisch einzuschränken und andere damit auszuschließen halten wir für einen Fehler. Wir treten dafür ein, dass die notwendigen Infrastrukturen und Aktionen von allen gemeinsam getragen und organisiert werden, denn nur so können wir den Protest in der zu erwartenden Größenordnung organisieren. Die Diskussion um Nationalfahnenverbot wird fast ausschließlich in Deutschland geführt und deswegen finden wir es falsch den vielen unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Ländern diese Position eines Teils der radikalen Linken aufzuzwingen. Die baskische Linke zum Beispiel sieht in der baskischen Fahne ein Moment der Emanzipation von Unterdrückung.

Nach wirklich langen Gesprächen mit der antikapitalistischen Camp-AG darüber, dass ein gemeinsames Camp den stärksten Ausdruck hätte, konnte leider keine gemeinsame Lösung gefunden werden, sodass es jetzt notwendig ist eine neue Camp-AG zu gründen. Auch wenn die Stadt nun versuchen wird beide Camps gegeneinander auszuspielen, so müssen wir pragmatisch denken und handeln und ein Camp organisieren, welches die Mitorganisierung und Teilhabe der größeren Organisationen, welche z.B. Teil des Gegengipfels und der Demo sind, ermöglicht. Auch wenn wir weiter dafür eintreten werden, dass es nur ein gemeinsames Camp geben soll, so müssen wir uns durch den Zeitdruck eingestehen, dass wir nun auch anfangen müssen das Camp real zu organisieren.

Es gibt viel zu tun, packen wir es an und zeigen, dass eine andere Welt in der Woche des Protestes möglich ist.

Kontakt:
g20-camp@mail.de

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